Spirituelle Begleitung

Warum ich Menschen begleite

Ich bin zutiefst dankbar für meine Lehrerin Luitgard Tusch-Kleiner, die mich als Schüler viele Jahre liebevoll und erfahren begleitete. Auch Luitgard oder ihre Lehrer Pater Lassalle und Willigis Jäger waren bis zum Tode ihrer Meister dankbar für deren Unterstützung und „Unterscheidung der Geister“.

Auf einem spirituellen Weg geht es um die Herz-zu-Herz Begleitung des SELBST und nicht um das Ego, mit dem man sich z.B. in der Therapie rational-emotional auseinander setzt.

Aus Collage zur persönlichen Begleitungmeiner kontemplativen Lebenspraxis erwuchs so der Wunsch, andere persönlich auf ihrem Weg zu begleiten.  Nicht als jemand, der Antworten vorgibt – sondern als jemand, der Räume öffnet. In meiner Arbeit ist mir wichtig:

  • eine klare, undogmatische Sprache
  • eine Atmosphäre von Achtsamkeit und Wertschätzung
  • die Verbindung von Übung, Erfahrung und Austausch
  • Offenheit für Menschen mit und ohne kirchlichen Hintergrund

Kontemplation ist für mich kein exklusives Angebot, sondern eine Einladung, sich selbst tiefer zu begegnen. Alleine den Weg der Kontemplation zu beschreiten, davon rate ich ab.

Begleitung, Anleitung, Führung, ein Miteinander auf einem gemeinsamen spirituellen Weg, der somit auch MeisterInnen, LehrerInnen und SchülerInnen kennt, ist uralt. Wir finden ihn in allen Religionen.

Der Übende, der sich auf einem spirituellen Weg begibt, der nicht im Bereich des Wissens und des rationalen Erkennens gründet, braucht einen zuverlässigen Begleiter, der diesen Weg schon ein Stück weit gegangen ist. Ein Übender bedarf der mutigen, korrekten Anweisung auf dem Kontemplationsweg. Der Übende findet so Orientierung, Mitsein und Resonanz, Ermutigung und das Wissen: Ich bin nicht allein!
Auf dem Weg der Kontemplation versuchen wir, die Lehrerinnen und Lehrer im Würzburger Forum der Kontemplation (WFdK), die Übenden achtsam zu begleiten. Echtheit, Offenheit, Empathie sind unumgängliche Aspekte der Begleitung.

Der Begleitungsprozess kommt oft einer Schwangerschaft gleich. Wir tragen uns aus bis zu einer guten Geburt. Entbindung ist stets eine schmerzhafte, aber weiterstrebende Zumutung von „Stirb und Werde“. Wir bekommen nichts aus dem kontemplativen Weg, werden aber eine Menge los!

Wie ich arbeite

Ich begleite Menschen:

  • bei Einkehrtagen und Meditationsabenden
  • in Kursen und Retreats
  • in persönlichen Gesprächen
  • in Zeiten der Neuorientierung, Krise oder Vertiefung

Die Angebote sind praxisnah aufgebaut:
Schweigen, einfache Körperübungen, Zeiten der Meditation, kurze Impulse und Raum für individuelle Fragen. Alles in einer Form, die auch für Einsteiger:innen gut zugänglich ist.

Eine Einladung

Wenn Du spürst, dass Dich Stille anspricht – nicht als Flucht vor dem Leben, sondern als Vertiefung –, bist Du herzlich eingeladen.

Collage 2 zur persönlichen BegleitungVielleicht suchst Du:

  • einen regelmäßigen Ort der Übung
  • einen geschützten Raum zum Innehalten
  • Begleitung auf einem spirituellen Weg
  • oder einfach einen Moment, in dem Du nichts leisten musst

Auf dieser Website findest Du meine aktuellen Angebote und Möglichkeiten der Teilnahme. Ich freue mich, wenn sich unsere Wege kreuzen. Mittlerweile hat sich eine Gruppe von Menschen zusammen gefunden, mit der ich als Kontemplationslehrer  unterwegs bin, die Kultur der Stille im Alltäglichen wachsen zu lassen.

Begleitung durch das Einzelgespräch

An den Abenden, Tagen oder im Kloster Helfta biete ich während der Meditationszeit die Möglichkeit zum Einzelgespräch an. Viele fragen sich: „Was passiert da? Worüber wird miteinander gesprochen?“ Manchmal wird mir gegenüber sogar die Befürchtung geäußert, dort in Gesprächsraum eine Art „spirituelle Prüfung“ ablegen zu müssen. Dem ist freilich nicht so! (Und dahinter verbirgt sich häufig unsere Erziehung zum Leisten-müssen….)

Inhalt und Dauer der Gespräche sind vielfältig und dürfen es auch sein. Ich berichte am besten von den Gesprächen, die ich damals während all der Jahre mit Luitgard Tusch-Kleiner, meiner alten Kontemplationslehrerin, geführt habe. Sie lassen sich wie folgt einteilen:

Fragen rund um die Praxis
Wie sitze ich richtig?
Gibt es die richtige Art zu sitzen?
Was kann ich bei Schmerzen tun?
Wie kann ich regelmäßig üben?
Innere Haltung

Persönliche Lebensthemen
Nach einiger Zeit – ich übte täglich, besuchte Luitgards Kurse und war ihr Schüler geworden – kamen nun aus den Tiefen meines (personalen, psychologischen) Seins Gesprächsthemen an die Oberfläche & rüttelten mich. Da war achtsame Begleitung & Rat bei diesem Entwicklungsprozess  das Zentrum der Gespräche.

Unsagbares, jenseits der Person
Schließlich wurde ich angerührt vom Unsagbaren, brauchte, wie die Alten sagen, die Unterscheidung der Geister, war sprachlos und suchte Kontakt.
Nun, dies sind meine Erfahrungen – wie es bei Dir sein wird / wäre, ist damit jedoch nicht festgelegt.

Begleitung zur Probe

Wenn Du Dich entschlossen hast, den Weg der Kontemplation zu gehen, suche Dir eine erfahrene Begleitperson! Schaue Dich um, prüfe Dich und die Person, die Dich begleiten soll. Auch der Lehrer wird sich fragen, ob er für Dich ein guter Begleiter ist! Wenn Du Vertrauen fassen kannst,  dann sage „Ja“ zu der Begleitung – nicht vorher! Ich tue es so, dass ich die Begleitung mit einer „Kennenlernzeit“ von einem halben Jahr beginne, an deren Ende ich als Lehrer und auch mein Gegenüber schauen, ob wir füreinander richtig sind.

Alleine den Weg der Kontemplation zu beschreiten, davon rate ich ab. Ich bin zutiefst dankbar für meine Lehrerin Luitgard Tusch-Kleiner, die mich als Schüler viele Jahre liebevoll und erfahren begleitete. Vor einiger Zeit traf ich eine Frau, Psychologin, die betonte, sie brauche keine Begleitung durch eine Meisterin oder einen Lehrer auf dem Wege.  Schließlich habe sie viele Therapieausbildungen bereits absolviert und kenne sich zur Genüge. – Weit gefehlt!

Zeichen guter Begleitung
Christus
Der Innere Meister (Rupertsberger Codex: Scivias)

Jeder gute Kontemplationslehrer ist daran zu erkennen, inwieweit er die Menschen, die er auf dem Weg begleitet, in die Selbstständigkeit und nicht in die Abhängigkeit führt und begleitet. Dies gilt besonders für diejenigen, die der Kontemplationslehrer als Schüler oder Schülerin angenommen hat und die sich auf dem intensiveren Weg hin zur eigenen Lehrbeauftragung gemacht haben.

Bis dort hin, wo der eigene Innere Meister den Stab übernimmt.

Stille verändert nicht die Welt – aber sie verändert, wie wir in ihr leben.